Wir bauen ein Kinderhaus in Uganda

Der Entschluss, ein Kinderhaus in Uganda zu bauen, wurde schon vor längerer Zeit gefasst und in 2019 soll es endlich losgehen. Der Freund und Förderer unseres Kinderhauses, Herr Volker Booten, ist als Iniator und treibende Kraft Hauptverantwortlicher für die Durchführung des Projektes.

Finanzierung und Start

Die Finanzierung der Baukosten und des künftigen laufenden Betriebes hat Herr Booten selbst und über Förderer aus seinem persönlichen Umfeld sichergestellt. Bereits vorhandene Ressourcen können teilweise von beiden Kinderhäusern gemeinsam genutzt werden. Dieses wirkt sich positiv auf die laufenden Kosten beider Einrichtungen aus. Wir treffen in Uganda auf ein mit Kenia vergleichbares Umfeld. Daher werden uns unsere jahrelangen "Kenia-Erfahrungen" dabei helfen, das Kinderhaus in Uganda zügig fertig zu stellen und bald ein Zuhause für etwa 100 Waisen- und Straßenkinder bieten zu können. Zumindest in der Anfangsphase werden unsere Direktorin, Frau Evarlyn Charo, und auch andere Mitarbeiter aus Kenia zeitweise vor Ort in Uganda Unterstützungsarbeit leisten und beispielsweise bei der Personalauswahl mitwirken und die Einarbeitung ihrer neuen Kollegen vornehmen.

Besichtigung von geeigneten Grundstücken

Volker Booten hat mehrere Grundstücke für das Kinderhaus ausfindig gemacht und ist im Dezember 2018 zusammen mit Oliver Drewes und Jochen Feyerherd kurz entschlossen nach Uganda gereist, um diese Grundstücke anzusehen. Die Wahl fiel letztlich auf ein großes Grundstück nahe der Großstadt Mbarara.  Das Grundstück in wunderschöner Lage auf einem Hügel bietet auf Grund seiner Größe auch die Möglichkeit des Gemüseanbaus und der Viehhaltung, sodass später ein Teil der Lebensmittel selbst erzeugt werden kann. Sowohl eine Grund- als auch eine weiterführende Schule befinden sich in fußläufiger Entfernung. Optimale Voraussetzungen also, um dort ein Kinderhaus zu bauen. Zurzeit werden die Eigentümerverhältnisse geklärt und die Bebaubarkeit geprüft.

Mbarara liegt viereinhalb Autostunden südlich der Hauptstadt Kampala mit dem Flughafen Entebbe und hat 195.000 Einwohner.

Uganda

Das Land ist bettelarm, laut Information der Weltbank leben 35% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von US-$ 1,90 / Tag. Die Infrastruktur des Landes ist sehr schlecht. Landesweit sind beispielsweise lediglich 25% der Haushalte an das Stromnetz angeschlossen und mehr als 20% der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Kinderarbeit

Kinderarbeit ist in Uganda weit verbreitet, 36% der unter 14-jährigen Kinder Ugandas sind hiervon betroffen. Diese Kinder können natürlich keine Schule besuchen. Chancenlosigkeit im späteren Leben ist für sie daher vorprogrammiert.

 

Straßenkinder in Uganda

Wie in fast jeder Stadt in Afrika leben auch in Ugandas Städten tausende von Kindern auf der Straße und unter ähnlichen Verhältnissen wie in Kenia. Das Land kann diesen Kindern keine Lebensperspektive bieten. Wir wollen möglichst vielen von ihnen zu einem Zuhause, zu Nahrung, Kleidung und zu einer vernünftigen Ausbildung verhelfen.

Geschichtliches zu Uganda

Genauso wie Kenia war Uganda Kolonie des Vereinigten Königreiches, bis es 1962 die Unabhängigkeit erhielt. Anschließend wurde offiziell die Demokratie eingeführt, doch der selbst ernannte Staatspräsident und Regierungschef, Milton Obote, führte das Land wie ein Diktator und ließ demokratische Verhältnisse nicht aufkommen. Idi Amin kam 1971 durch einen Militärputsch an die Macht und sorgte mit seiner furchtbaren Schreckensherrschaft für viel Leid. So ließ er rund 300.000 Oppositionelle hinrichten und mehrere hunderttausend Angehörige ethnischer Minderheiten aus dem Land vertreiben, oder gleich töten. Idi Amin führte mehrere militärische Auseinandersetzungen mit Nachbarländern und richtete sein Land dabei fast zugrunde.

 

Im Jahr 1979 setzte ein Angriff der Armee Tanzanias dem Schrecken ein Ende. Milton Obote kam aus dem Exil zurück und führte das Land, bis der noch heute regierende Präsident Yoweri Kaguta Museveni 1986 eingesetzt wurde. Museveni führte 2005 das Mehrparteiensystem ein, wobei die Opposition bislang noch keine reelle Möglichkeit bekam, sich zu entwickeln. Die Kolonialzeit und insbesondere die Schreckensherrschaft Idi Amins haben im Land und bei den Menschen sichtbare Spuren hinterlassen. Viele Erwachsene denken immer noch mit Entsetzen daran, wie sie als Kinder von Idi Amins Regime auf grausamste Art als Kindersoldaten rekrutiert wurden.

Arbeit in Uganda

Uganda verfügt über keine nennenswerte Industrie. Das Land ist fruchtbar und exportiert hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kaffee, Fisch aus dem Viktoriasee, Baumwolle, Tee und Tabak.

Die größten Deviseneinnahmen bescheren dem Land jedoch Söldner. Landesweit sind rund 30 Agenturen damit beschäftigt, Söldner anzuwerben. Größter Abnehmer sind die USA, die diese Söldner hauptsächlich als Sicherheitskräfte im Irak einsetzen.

Kein Land Afrikas hat in den letzten Jahren auch nur annähernd so viele Flüchtlinge aufgenommen, wie Uganda. Die meisten von Ihnen sind vor den furchtbaren Verhältnisse im Südsudan und aus dem Kongo geflohen und leben in Ugandas Flüchtlingscamps unter schlimmen Umständen. Ugandas Volkswirtschaft wird hierdurch sehr belastet.

Uganda als Urlaubsziel

Reisende, die aus Uganda zurückkehren, berichten von einer großen Herzlichkeit der Bewohner des Landes, von überwältigend schönen Landschaften und von einem sehr angenehmen Klima, bedingt durch die Höhenlage von durchschnittlich 1.050 m über dem Meeresspiegel. Uganda ist Anrainerstaat des berühmten Viktoriasees, es gibt neun weitläufige Nationalparks mit den Wildtieren Afrikas und mit den letzten wild lebenden Gorillas. Ferner verfügt das Land über ein atemberaubendes Gebirge mit bis auf über 5.000 m reichenden Gipfeln. Uganda ist vielfältig und traumhaft schön. Sie sollten dieses wunderbare Land unbedingt einmal bereisen.

 

In Kürze können Sie dann auch das neue Kinderhaus besuchen.